Diskologie

Ausgehend von der Überlegung, dass Rundfunk, Schallplatte und Compact Disc sowohl Übertragungs- wie Speichermedien als auch Medien der Musik sind wie Musikinstrument, wird am SIM Diskologie betrieben.

Edison-Walzen aus der Tonträgersammlung der Bibliothek des SIMPK
Edison-Walzen aus der Tonträgersammlung der Bibliothek des SIMPK. Foto: Sabine Hoffmann

Die Diskologie beschäftigt sich in interdisziplinärer Weise mit dem Tonträger als Dokument für die Aufführungs- und Interpretationsforschung. Sie beobachtet insbesondere die Wechselwirkungen zwischen Technik-, Wirtschafts- und Musikgeschichte. Im engeren Sinn ist die Diskologie eine Wissenschaft, die sich mit den Tonträgern allgemein und kommerziell produzierten und vervielfältigten Tonträgern im besonderen als Manifestationen kultureller Ideengehalte befasst.

Das Institut kann für diskologische Studien auf eine umfangreiche Tonträgersammlung zurückgreifen, während die Sammlung des Musikinstrumenten-Museums eine Auswahl der zugehörigen Phonoobjekte (Automatica, Edison-Phonographen, Grammophone, Tonbandmaschinen u. a. m.) enthält. Am Digitalisierungsplatz können Transfers der gängigsten historischen Aufzeichungsformate für die Digitaldomäne hergestellt werden. In der Bibliothek befinden sich die wichtigsten diskographischen Nachschlagewerke und die einschlägige Fachliteratur in großer Auswahl. Als „Fachblatt für die gesamte Musik- und Sprechmaschinen-Industrie“ (Untertitel bis 1933) stellt die Phonographische Zeitschrift (PZ) eine einzigartige Text- und Bildquelle zur Phonographie im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts dar. Sie wurde in den Jahren 2013–2014 auf Initiative des SIMPK im Rahmen des Projektes Virtuelle Fachbibliothek Musikwissenschaft in Zusammenarbeit mit dem Münchener Digitalisierungszentrum der Bayerischen Staatsbibliothek München digitalisiert.

Instrumente der diskologischen Vermittlung sind kommentierte Neuausgaben alter Aufnahmen und eine kleine Ausstellungsreihe, das Interpret*innenfenster, in der Bibliothek und auf unserer Homepage. Dort werden solche Künstler der Vergangenheit in Erinnerung gerufen, die nach gängiger Auffassung nicht zum kanonisierten Mainstream der Interpretationsgeschichte gehören, in einem vollständigen Bild ihrer Zeit jedoch nicht fehlen dürfen.

Kontakt

Carsten Schmidt

Leiter der Bibliothek und des Referats Musikwissenschaftliche Dokumentation

+49 30 254 81 140

E-Mail

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