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Geschichte der musikalischen Interpretation

 

Geschichte der musikalischen Interpretation im 19. und 20. Jahrhundert


Das vorliegende Projekt widmet der Geschichte musikalischer Interpretation in den letzten beiden Jahrhunderte eine erste große zusammenfassende Darstellung: dem 20. Jahrhundert, dem wir selbst entstammen und zu dem es bislang überhaupt keine Gesamtdarstellungen gibt, sowie dem 19. Jahrhundert als dem Jahrhundert, in dem sich "Interpretation" im engeren Sinne überhaupt erst herausgebildet hat und dessen Interpretationsgepflogenheiten sich neben schriftlichen Dokumenten auch durch frühe Klangaufzeichnungen ansatzweise erhellen lassen.

Um Interpretation als geschichtlichem Gegenstand gerecht zu werden, muss man eine Fülle von Faktoren ins Auge fassen, die auf Interpretation einen maßgeblichen Einfluss hatten und haben, vor allem Fragen der Ästhetik und Ideengeschichte sowie der Geschichte von Institutionen und Medien. Andererseits wird Interpretation und ihre Geschichte nicht nur in der Ganzheit musikalischer Aufführungen greifbar, sondern auch in einzelnen Aspekten, die sich gesondert beschreiben lassen und die immer auch gesondert wahrgenommen worden sind. Schließlich steht Interpretation in Wechselwirkung mit Kompositionen, die interpretiert werden, seien es primär die Kompositionen der eigenen Zeit, was lange die Regel war, seien es primär Werke vergangener Zeiten, was seit langem die Regel ist.

Den so geschilderten Faktoren sind die einzelnen Bände der Reihe gewidmet:
Band 1 der Geschichte der Ästhetik und Ideen,
Band 2 der Geschichte der Institutionen und Medien,
Band 3 der Geschichte einzelner Aspekte und Parameter wie Tempo, Dynamik und Klangfarbe, Instrumente, Stimme, Körper, Räume usw.

In den ersten drei Bänden geht es stets darum, den Blick auf einzelne Fragen und Gegenstände zu werfen und ihre Geschichte im 19. und 20. Jahrhundert kurz nachzuzeichnen.

Im abschließenden 4. Band erfolgt die Gliederung dann nicht nach Längs-, sondern nach Querschnitten: nach Zeiträumen von Generationen, genauer gesagt von Zweijahrzehntschritten nach Geburtsjahr der Künstler. Hier gilt es, einzelne Personen und ihre Konzeptionen ins Auge zu fassen sowie nach dem Spezifischen ihrer "Generation" zu fragen, wobei dann auch Fragen der Wechselwirkung mit der Kompositions- und Repertoiregeschichte einen breiteren Raum einnehmen werden.

Disposition

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