Dagmar Droysen-Reber

Direktorin des SIM von 1991 bis 1994

Droysen-Reber, geboren am 25. August 1928 in Barmen, absolvierte nach dem Abitur zunächst eine Ausbildung zur Privatmusiklehrerin im Fach Klavier. Von 1949 bis 1954 studierte sie Musikwissenschaft, Philosophie, Romanistik, Phonetik und Experimentalphysik an der Hamburger Universität, wo sie 1961 mit einer Arbeit über „Die Saiteninstrumente des frühen und hohen Mittelalters (Halsinstrumente). Darstellung der Instrumententypen anhand ikonographischer und literarischer Quellen sowie romanischer und frühgotischer Plastik bei Heinrich Husmann” promoviert wurde. Anschließend war sie in der Schallplattenindustrie tätig, wo sie Kenntnisse auf dem Gebiet der akustischen Aufnahme- und Wiedergabetechnik erwarb. 1962/63 arbeitete sie zusammen mit Hans-Peter Reinecke in Hamburg als Sachverständige für Akustik. Am Staatlichen Institut für Musikforschung wurde sie 1965 als Wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Akustischen Abteilung eingestellt.

1984 wurde Droysen-Reber zur Direktorin des Musikinstrumenten-Museums ernannt, dessen repräsentativer Neubau neben der Berliner Philharmonie im selben Jahr feierlich eröffnet wurde. 1989 übernahm sie, nach dem Ausscheiden von Hans-Peter Reinecke, die kommissarische Leitung des gesamten Instituts, 1991 wurde sie zur Direktorin des Hauses ernannt, das sie bis zu ihrem Eintritt in den Ruhestand im Jahr 1994 leitete.

In ihrer wissenschaftlichen Tätigkeit konzentrierte sich Droysen-Reber auf bestandsbezogene instrumentenkundliche Themen, denen sie sich mit großen, repräsentativen Ausstellungen samt zugehörigen, von ihr verantworteten Publikationen zuwandte, so zum Typus der „Kielklaviere: Cembali, Spinette, Virginale”, Berlin 1991. Diese Publikation war das Modell für ein vergleichbares Werk, das Droysen-Reber „ihrem” Instrument widmete, dem Bestandskatalog der „Harfen des Berliner Musikinstrumenten-Museums”, Berlin 1999. Schließlich ist ihr auch ein Werk zu verdanken, in welchem nahezu der gesamte Bestand der Sammlung verzeichnet ist: „Musikinstrumenten-Museum Berlin: Bestandskatalog der europäischen Musikinstrumente”, den sie über viele Jahre zusammen mit Conny Restle erarbeitete.

Als Direktorin des Instituts für Musikforschung zeichnete sich Droysen-Reber durch die vorbehaltlose Förderung der großen Langzeitprojekte des Hauses aus, in erster Linie der „Bibliographie des Musikschrifttums” und der „Geschichte der Musiktheorie”; aber auch die Etablierung der Edition der „Briefwechsel der Wiener Schule” am Institut ist ihr zu verdanken. Von 1968 bis 1987 wirkte sie selbst als Herausgeberin des von ihr mitbegründeten SIM-Jahrbuchs.

Dagmar Droysen-Reber verstarb am 20. Februar 2020 in Berlin.

Dagmar Droysen-Reber
Foto: SPK / Werner Amann

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