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Vom Bandonion zum Bandoneón. Zur Geschichte eines musikalischen Emigranten

Wann: Do 05.09.2019, 18:00 Uhr
Wo: Ibero-Amerikanisches Institut
Simón-Bolívar-Saal

So wie das Saxophon mit dem Jazz assoziiert wird, steht das Bandoneon für den Tango. Seine Wurzeln liegen jedoch im Erzgebirge. Dort wurde Mitte des 19. Jhd. aus der Konzertina das Bandonion, dem der Krefelder Musiklehrer Heinrich Band seinen Namen gab. Gern gespielt wurde es in Musikvereinen, zu deren Repertoire Märsche, Tänze und Operettenmelodien gehörten. Mitte des 20. Jhd. jedoch war das Bandoneon fast verschwunden – hätte es nicht ein "zweites Leben" in Südamerika erhalten. Hier traf es, vermutlich im Gepäck deutscher Einwanderer, ab den 1870er Jahren auf den sich entwickelnden Tango. Als El Bandoneón war es bald nicht mehr aus dem Tango Ríoplatense wegzudenken. Liebevoll besungen als El Fuelle (der Blasebalg) oder La Jaula (die Kiste) kam es vielfach zum Einsatz, von der Orquesta Típica eines Aníbal Troilo ab den 1920er Jahren über den Tango Nuevo eines Astor Piazzolla in den 1950er Jahren bis hin zum Tango Elettronico.

Dr. Martin Kirnbauer (Hochschule für Musik FHNW, Basel) führt durch die spannende Geschichte dieses musikalischen Emigranten.

Veranstaltungsort:
Ibero-Amerikanisches Institut

Simón-Bolívar-Saal

Eintritt frei!

Die   Ausstellung und Veranstaltungsreihe "Che Bandoneón!" wird gemeinsam von Ibero-Amerikanischem Institut und Musikinstrumenten-Museum in Kooperation mit dem Tango- und Bandeoneonmuseum Staufen gestaltet und unterstützt von der Botschaft von Argentinien.


Deutsche Konzertina, gebaut zwischen 1840 und 1850 von Carl Friedrich Uhlig